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Tragbare Kosten

Wie das Gastspielhaus zeigt, ist Freiburg eine Stadt mit vernünftigen Ambitionen. Zahlreiche kleinere Städte bauten in den letzten Jahren Theater- und Konzerthäuser, die dazu beitrugen, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Auf Grund des besonderen Finanzierungsmodus durch eine interkommunale Zusammenarbeit wird Freiburg ein Haus erhalten, das bestens ausgestattet ist, der Stadt jedoch Betriebskosten verursacht, die zu den niedrigsten der Schweiz gehören.

Mit 27’500 Einwohnern besitzt Sitten sein Théâtre de Valère und plant ein weiteres Haus mit Investitionskosten von 25 Millionen. Andere mehr oder weniger grosse Städte verfügen über Theater, die ihre Bekanntheit im In- und Ausland stark gesteigert haben, ... und Freiburg mit seinen 33’800 Einwohnern kann seit mehr als dreissig Jahren kein Schauspielhaus mehr vorzeigen, das diesen Namen verdienen würde. Neuenburg, 32’000 Einwohner, und La Chaux-de-Fonds, 40’000 Einwohner, waren vor kurzem bereit, hohe Investitionen für ihre Theater zu tätigen, ... und Freiburg zaudert, während die Verstärkung des kulturellen Angebots im Stadtzentrum (mit dem Gastspielhaus, aber auch mit dem Multiplex-Kino) äusserst wichtig ist für die Neubelebung der Stadtmitte, die man als Lunge der Agglomeration bezeichnen könnte.

Nachdem die Attraktivität des Freiburger Stadtzentrums viele Jahre lang im Sinkflug war, könnte nun eine Aufwärtsentwicklung einsetzen. Das Gastspielhaus an der Schützenmatte stellt ein wichtiges städtebauliches Symbol für die Agglomeration dar. Für die Stadt bietet sich die Chance, sich als echtes Kantonszentrum, das heisst als dynamische, attraktive und weltoffene Hauptstadt, zu profilieren.

Tatsächliche Kosten für die Stadt Freiburg

Die finanzielle Investition für den Bau ist unter Kontrolle, und die Betriebskosten sind bekannt und verhältnismässig niedrig im Vergleich zu jenen anderer schweizerischer Theater- und Konzerthäuser (vorbehaltlich der unterschiedlichen kulturellen Funktionen):

Download des Budgetvergleichs zwischen den Freiburger und einigen Schweizer Häusern

Zahlen 2001/2002 | Quellen: Th. Grob, Kultur-Marketing für Schweizer Gastspielhäuser | SBV Schweizerischer Bühnenverband

«Kurz zusammengefasst, sind grosse Projekte in Freiburg wie in der ganzen Schweiz Mangelware. Der Perfektionismus schafft Probleme bei der Umsetzung, und kritische Stimmen sollten so klug sein, in einem bestimmten Augenblick zu verstummen, um konkreten Bauten Platz zu machen.» (Staatsrat Michel Pittet, 1991)